Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie ich diesen Beitrag anfangen soll. Vielleicht mit einer Triggerwarnung? Es wird um Tod und Verlust(ängste) gehen, da kommen wir heute nicht drumrum. Wenn dich dieses Thema gerade belastet, lies bitte nicht weiter.

Wir Tierbesitzer:innen stehen alle irgendwann vor diesem Thema. Manche von uns mehrfach. Wir stehen vielleicht vor einer Entscheidung, die uns leicht fallen sollte, denn wir lieben unsere Tiere. Wir würden alles für sie tun, auch wenn es weh tut; am meisten in der Seele.
Bei unseren Tieren können wir das tun: wir können den Zeitpunkt bestimmen, in dem sie die letzte Reise über die Regenbogenbrücke gehen dürfen. In den seltensten Fällen ist er planbar, meistens kommt er aus dem Nichts.

Wir fragen uns dann oft nach dem Warum. Oder, ob wir etwas besser hätten machen können. Warum du, warum ich, warum jetzt. Auf diese Fragen werden wir vermutlich niemals eine Antwort bekommen. Es ist auch nicht wichtig, die Antworten auf diese Fragen zu kennen. Es ist auch nicht wichtig, sagen zu können „es war besser so“. Manchmal passieren Unfälle, die man nicht hätte vermeiden können. Für die man selbst keine Schuld trägt.
Schuldzuweisungen sind sowieso nicht einfach. Manchmal hat niemand Schuld. Es ist auch nicht wichtig, herauszufinden, wer oder was jetzt schuld an der Situation ist. Bleiben wir also auch nicht an diesen Fragen hängen. Das Leben geht sowieso weiter, es wird nicht auf uns warten.

Das habe ich deutlich gemerkt, als wir im Stall einen Todesfall eines Pferdes hatten. Es war schrecklich, unfair und unvorhersehbar. Pferd und Mensch waren erst ein paar Monate ein Team, das Pferd erschrickt sich, fällt und bricht sich einen Knochen. Die Chance auf Heilung: sehr gering.
Operation: unmöglich. Es hängt uns allen noch immer nach, auch wenn sich der Tag im Frühling das erste Mal jährt. Ich durfte der Besitzerin ein Erinnerungsstück fertigen, die Haarsträhne holte ich unter Tränen aus dem Umschlag.
Die Tage nach dem Unfall hing die Trauer wie ein unsichtbarer Vorhang im Tal, in dem unser Stall liegt. Das Leben ging weiter, es wartete nicht, doch dieses bedrückende Gefühl war für mich greifbar, sobald ich in die Nähe des Stalls kam.

Ich stellte mir vor, wie es ist, die leere Box meines Pferdes vorzufinden, seine Sachen zusammenzupacken, nicht zu wissen, was damit geschehen soll. Vielleicht finde ich ein paar Schweifhaare in der Kratzmatte, die an der Boxenwand hängt. Die Futterration mit Müsli und Mineralfutter, die ich gerichtet hatte und die es niemals fressen wird. All die Dinge, die ich für es maßgefertigt habe. All die Dinge, die es vielleicht kaputt gemacht hat und ich sie aufgehoben habe – weil, kann man ja noch was mit machen. Werde ich das dann auch tun? Saffas erstes Halfter, das anfangs gar nicht gepasst hat. Tempis erstes Halfter, das die Züchterin uns mitgegeben hat. Putzzeug, mit dem ich gestern noch über ihr weiches Fell gefahren bin, oder wieder mal Schweife waschen musste, weil die beiden Durchfall oder Kotwasser hatten.
Gerichtete Heunetze oder Taschen, deren Portionen nie dem Pferd gefüttert werden, für die sie gedacht waren. Die letzten Äppelhaufen auf dem PAddock oder auf der Koppel aufräumen. Zuhause den abgeschnittenen Schweif ansehen, ihn nie wieder zu kämmen, zu flechten, mich innerlich aufzuregen und mir Sorgen zu machen, weil schon wieder so viel Durchfall drinhängt. Beim Tierkrematorium anzurufen. Die Körper abholen zu lassen. Urnen auszusuchen. Darauf zu warten, sie nach Hause holen zu können. Die Asche Zuhause zu haben. Sie nie wieder streicheln zu können.

Ich schreibe das, mit Tränen in den Augen und einem Kloß im Hals. An meinem Schreibtisch habe ich Bilder von den beiden und frage mich, ob ich sie dann da auch noch hängen lassen kann. Für mich persönlich würde eine Welt zusammenbrechen, ganz egal, bei welchem Tier. Gerade setzt sich June, eine meiner Katzen zu mir und fängt an, zu schnurren. Das beruhigt mich, lässt im gleichen Moment aber die Tränen rollen.

Es gibt jetzt gerade eigentlich gar keinen Grund, zu weinen, aber allein die Vorstellung, sie alle irgendwann einmal zu verlieren, tut wahnsinnig weh.
Aber genau das macht mich und meine Arbeit aus: Empathie. Verstehen, was für andere Menschen unfassbar wichtig ist, was in ihnen jetzt gerade Vorgeht.
Ich möchte diese emotionale, persönliche, zutiefst traurige und vielleicht auch hilflose Situation niemals ausnutzen. Ich möchte helfen, sie zu verstehen, sie zu verarbeiten, schöne Erinnerungen zu schaffen. Etwas, was man in der Hand halten oder anschauen kann. Ganz egal, ob es dafür schon zu spät ist. Den richtigen Zeitpunkt gibt es: Jetzt.

Ich weiß nicht, ob ich mich um ein Schweifhaararmband kümmern könnte, wenn Saffa oder Tempi nicht mehr da sind. Oder ob ich gesammeltes Winter- oder Katzenfell in eine Form gießen könnte, ohne, dass Tränen darin landen oder ich seelisch zusammenbreche. Ich weiß es einfach nicht. Ich persönlich möchte, glaube ich jedenfalls, auch nicht in die Situation kommen.
Solche Erinnerungen, wie ein Armband aus Schweifhaaren, oder eine Perle mit Fell kann ich immer fertigen. Auch jetzt, wo meine Tiere alle aktuell noch bei mir sind. Das kann ich für dich auch. Klick‘ dich gerne auf meiner Seite durch, vielleicht spricht dich etwas an, das dich und dein Tier verewigt und du immer bei dir tragen kannst. Vergessen wirst du es nie – versprochen.
In Liebe



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